KI in Schweizer Pensionskassen: Zwischen grossem Potenzial und ungenutzten Chancen
43 Schweizer Pensionskassen.
Eine klare Botschaft.
Wer heute auf Künstliche Intelligenz und intelligente Automatisierung setzt, kann Prozesse deutlich effizienter gestalten. Viele Organisationen stehen jedoch noch ganz am Anfang.
Diese Erkenntnisse präsentierte die FIVE Informatik AG am Vorsorge-Symposium der PK-Messe Zürich 2026. Grundlage war eine Benchmark-Studie unter 43 Schweizer Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern aus Pensionskassen. Die Resultate zeigen eindrücklich, wo die Branche heute steht – und wo die grössten Chancen liegen.
KI in Pensionskassen: Viele Prozesse bleiben manuell
Die Mehrheit der befragten Pensionskassen bewertet ihren Digitalisierungsgrad als gut. Gleichzeitig zeigt sich ein bekanntes Bild: Mehrere Fachanwendungen, gewachsene Systemlandschaften und zahlreiche Medienbrüche erschweren durchgängige Prozesse.
Die Folge: Mitarbeitende verbringen täglich wertvolle Zeit mit manuellen Tätigkeiten.
Basierend auf der Umfrage unter Pensionskassenexperten zeigt sich, dass die grössten Zeitfresser in der täglichen Arbeit die Bearbeitung komplexer Geschäftsfälle und die Korrespondenz mit Versicherten sind.
Während die Experten KI-Potenzial in mehreren Bereichen erkennen (von der intelligenten Dokumentenverarbeitung über automatisierte Prüfprozesse bis zu intelligenten Antwortvorschlägen), zeigt sich bei den Prioritäten der Befragten wenig Klarheit: Die Nennungen liegen sehr eng beieinander. Das deutet darauf hin, dass Pensionskassen zwar grundsätzlich KI-bereit sind, aber noch unsicher sind, wo sie den grössten praktischen Nutzen erzielen können.
KI ist strategisch relevant – produktiv eingesetzt wird sie noch selten
Kaum eine Pensionskasse stellt die Bedeutung von KI heute noch infrage. Viele beschäftigen sich bereits strategisch mit dem Thema oder beobachten die Entwicklung aufmerksam.
Der Schritt in den produktiven Einsatz gelingt jedoch erst wenigen Organisationen. Besonders grössere Pensionskassen bauen ihren Vorsprung kontinuierlich aus und sammeln bereits praktische Erfahrungen mit Pilotprojekten. Kleinere Kassen laufen Gefahr, diesen Entwicklungsschritt zu verpassen.
Zwischen grossen und kleinen Pensionskassen wächst die KI-Lücke
Die Benchmark-Studie zeigt deutliche Unterschiede beim KI-Reifegrad. Während grosse Pensionskassen bereits aktiv Pilotprojekte umsetzen, befinden sich viele kleinere Organisationen noch in der Beobachtungsphase oder haben sich noch gar nicht intensiv mit dem Thema beschäftigt.
Diese Entwicklung birgt Risiken. Denn wer heute erste Erfahrungen sammelt, baut nicht nur technisches Know-how auf, sondern entwickelt auch die notwendigen Prozesse und Kompetenzen für den zukünftigen Einsatz von KI.
«Der Abstand zwischen grossen und kleinen Pensionskassen wächst bereits heute», erklärt Christian Kunz, Leiter AI & Automation bei FIVE Informatik AG. «Wer früh mit Pilotprojekten startet, sammelt wertvolle Erfahrungen und schafft die Grundlage für den produktiven Einsatz von KI. Kleinere Pensionskassen müssen deshalb nicht alles auf einmal umsetzen – entscheidend ist, jetzt mit einem konkreten Anwendungsfall zu beginnen.»
Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell möglichst viele KI-Lösungen einzuführen. Vielmehr zeigt die Studie, dass ein schrittweiser Einstieg mit klar definierten Pilotprojekten der nachhaltigste Weg ist, um Kompetenzen aufzubauen und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Datenschutz ist kein Hindernis – sondern eine Anforderung
In der Studie nannten die Teilnehmenden Datenschutz und Compliance als grösste Herausforderung bei der Einführung von cloudbasierten Automatisierungslösungen. Ebenfalls häufig genannt wurden fehlende Ressourcen, fehlendes KI-Know-how und komplexe Systemlandschaften.
Auch beim Einsatz generativer KI dominieren Sicherheitsfragen. Viele Organisationen beschäftigen Themen wie Halluzinationen, Nachvollziehbarkeit oder die Sorge, dass sensible Versichertendaten unkontrolliert verarbeitet werden.
Diese Bedenken sind berechtigt. Entscheidend ist jedoch nicht, ob KI eingesetzt wird, sondern wie sie technisch und organisatorisch eingebettet wird, erklärt Christian Kunz, Leiter AI & Automation bei FIVE Informatik AG. Mit der richtigen Architektur lassen sich Datenschutz, Nachvollziehbarkeit und Governance heute zuverlässig sicherstellen.
Erfolgreiche KI braucht mehr als nur ein Sprachmodell
Der grösste Irrtum besteht darin, KI als isolierte Lösung zu betrachten. Ihr volles Potenzial entfaltet sie erst dann, wenn sie sicher in bestehende Geschäftsprozesse eingebettet wird.
Genau hier setzen moderne Business-Orchestration- und Automation-Plattformen an. Sie verbinden bestehende Fachanwendungen, Dokumentenverarbeitung, Workflows und KI zu einer kontrollierten Gesamtlösung. Prozesse bleiben nachvollziehbar, Daten verlassen definierte Sicherheitsbereiche nicht und Mitarbeitende behalten jederzeit die Kontrolle.
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt
Die Ergebnisse der Benchmark-Studie zeigen deutlich: Das Potenzial ist vorhanden, wird aber vielerorts noch nicht ausgeschöpft. Dabei stehen heute Technologien zur Verfügung, mit denen sich Automatisierung und KI sicher, DSG-konform und schrittweise einführen lassen.
Wer früh beginnt, gewinnt wertvolle Erfahrungen, steigert die Effizienz und schafft die Grundlage für eine zukunftsfähige Organisation.
Für Christian Kunz, Leiter AI & Automation bei FIVE Informatik AG, ist deshalb klar:
«Der wichtigste Schritt ist nicht, möglichst schnell überall KI einzusetzen. Entscheidend ist, mit einer klaren Strategie zu starten und konkrete Anwendungsfälle zu identifizieren, die einen echten Mehrwert schaffen. Wer früh Erfahrungen sammelt, schafft die Grundlage für nachhaltige Innovation und bleibt langfristig wettbewerbsfähig.»
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Die Zukunft der Pensionskassen wird nicht allein durch KI bestimmt – sondern durch den richtigen Einsatz von KI.
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Christian Kunz
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